Frankreich BPA Koservendosen

Frankreich verbietet Lebensmittelverpackungen mit Bisphenol A

In Sachen Lebensmittelsicherheit erfüllt Frankreich seit Beginn dieses Jahres eine Vorreiterrolle: Mit dem Verbot des krebserregenden, hormonähnlichen Weichmachers Bisphenol A (BPA) in Lebensmittelverpackungen schützt die französische Regierung seine Bürger vor der gefährlichen chemischen Verbindung.

Bisphenol A: Schädlichkeit vielfach bestätigt

Auf die Schädlichkeit von Bisphenol A weisen bereits zahlreiche Studien hin. Ihnen zufolge können bereits kleine Dosen, die über die Haut in den Organismus gelangen, eine schädliche Wirkung entfalten. Insbesondere die Gehirnentwicklung und Fortpflanzungsfähigkeit soll durch die dem weiblichen Sexualhormon Östrogen ähnlichen Chemikalie beeinträchtigt werden. So vermuten dänische Forscher bereits seit 20 Jahren, dass BPA verantwortlich für die sinkende Furchtbarkeit unter Männer westlicher Industrienationen verantwortlich sei.

Verbot in Babyflaschen

Bereits seit Juni 2011 gibt es ein EU-weites Verbot für Bisphenol A in Babyflaschen. Frankreich geht nun einen Schritt weiter und verbietet BPA in allen Verpackungen und Materialien, die dafür bestimmt sind, in direkten Kontakt mit Lebensmitteln zu kommen.

Für die Industrie hat dies weitreichende Folgen, kommt BPA fasst in allen polymeren Kunststoffen vor, seien Konservendosen, Thermopapier, Frischhaltefolie, Farben und Lacke oder mikrowellenfesten Geschirr. Verbraucher können Materialien, die BPA enthalten, an der Recycling-Nummer 7 oder dem Kürzel PC, das für Polycarbonat steht.

Wie kann man BPA meiden?

Außerdem sollte man folgende Hinweise berücksichtigen, um die Belastung mit BPA so gering wie möglich zu halten:

  1. Babyflaschen aus Glas verwenden! Wer noch welche auch Polycarbonat besitzt, sollte diese umweltgerecht entsorgen.
  2. Kunststoffflaschen sollten nicht erhitzt werden! Beispielsweise kann Sonneinstrahlung dazu führen, dass Weichmacher vermehrt in Getränke gelangen (komischer Geschmack).
  3. Behältnisse, die mit Epoxid beschichtet sind, sollten gemieden werden.
  4. Nach Alternativen, wie Holz, für PVC (Polyvinylchlorid) oder PC (Polycarbonat) Ausschau halten.

EU agiert zögerlich

Weitere Senkungen der zulässigen Grenzwerte der umstrittenen Chemikalie sind bereits ab nächstem Jahr auf EU-Ebene geplant. Allerdings wird der Industrie noch so viel Spielraum gewährt, dass Verbraucher noch bis mindestens 2017 mit dem giftigen Stoff belastet werden.

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