Windbeutel à la francaise

Französische Essgewohnheiten: Gesünder essen

Die Franzosen gelten als Feinschmecker. Viele von ihnen sehen die täglichen Mahlzeiten nicht als notwendiges Übel, sondern zelebrieren ihr Essen. Doch leben die Franzosen deswegen auch wirklich gesünder? Zumindest in Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fettleibigkeit scheint sich die mediterrane französische Küche positiv auf die Gesundheit auszuwirken.

Großteil der Franzosen sind Besseresser

Genuss steht in Frankreich ganz oben. Ganz egal, ob man dort Bouillabaisse, Ratatouille, Pot-au-feu oder Quiche á la lorraine bestellt, wer das Essen einfach herunterschlingt, wird wahrscheinlich den einen oder anderen schiefen Blick ernten. Denn schnelles Essen oder Fast Food ist in Frankreich eher selten. Stattdessen heißt es jede Mahlzeit zu genießen. Wer diese zudem im Kreis der Familie einnimmt, vermindert das Risiko der Fettleibigkeit. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Zentrums für die Erforschung von Lebensgewohnheiten. Die Franzosen nehmen demnach 90 Prozent ihrer Kalorien durch die Hauptmahlzeiten ein und lediglich 10 Prozent zwischendurch. In den USA sind es hingegen mehr als 20 Prozent der Kalorien, die nebenher durch Snacks aufgenommen werden.

Ist französisches Essen wirklich gesünder?

Französische Essegewohnheiten können nicht nur das Risiko von Fettleibigkeit verringern. Eine andere Studie belegt zudem, dass in Frankreich deutlich weniger Menschen einem Herzleiden erliegen. Dem Eurostat Jahresbuch der Regionen 2012 zufolge liegt das Land zusammen mit Spanien in der Liste der EU-Regionen, in denen tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen besonders häufig vorkommen, ganz am Ende der Aufzählung.

Ein weiterer Punkt, der für französische Essgewohnheiten spricht: Es gibt in Frankreich 17 Regionen, in denen Frauen über alle untersuchten EU-Regionen hinweg die höchste Lebenserwartung haben. Dies allein auf das Essen zurückzuführen, wäre wohl etwas vorschnell. Doch einen wichtigen Faktor stellt die Ernährung sicherlich dar.

Steuern für eine gesunde Ernährung

Gesunde Ernährung gibt es in Frankreich sogar per Gesetz. Denn seit 2012 wird eine Steuer auf mit Zucker angereicherten Getränken erhoben. Die sogenannte Cola-Steuer macht die ungesunden Getränke etwas teurer und animiert dazu, zu günstigeren und gesünderen Erfrischungen zu greifen. Auch einer Erhöhung der Steuer auf Palmöl hat der französische Senat schon mehrfach zugestimmt. Statt 100 Euro pro Tonne sind zusätzliche 300 Euro geplant. Diese als „Nutella-Steuer“ bekannte Abgabe soll Unternehmen dazu anregen, andere Produkte zur Herstellung zu verwenden. Bisher wurde das entsprechende Gesetz jedoch nicht endgültig beschlossen. Noch steht daher billiges Nutella in den Supermärkten.

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